Es werden viele Fragen gestellt, doch eine erscheint immer wieder: Wie macht man die neuen Maschen an der Seite des Lappens? Was ist damit überhaupt gemeint? Und wie mache ich das?
Zuerst eine Bestandsaufnahme:
Der Lappen ist gestrickt, ebenso das Käppchen, bei dem nur das mittlere Drittel der Fersenmaschen übrigbleibt, aber jetzt keine komplette Runde mehr gestrickt werden kann. Es ist die linke Kante des Lappens erreicht. Im Bild ist das Punkt D auf der anderen Seite des Lappens. Es wurde bisher ein Strickstück geschaffen, bei dem rechts die Strickrichtung senkrecht und links waagerecht läuft.
Die letzte Reihe des Lappens (noch laufen die Maschen waagerecht), wo noch über die hintere Hälfte aller Maschen des Sockens gestrickt wurde, ist nun im Visier.
Der Faden liegt hinter den Nadeln (sozusagen innen im Socken). Jetzt muß mit der rechten Nadel in den Zwischenraum zwischen der letzten und der vorletzten Masche dieser Reihe eingestochen werden, der Faden um die Nadel gelegt, als würde man ganz normal eine Masche stricken, und dann nach vorn durchgezogen. Das ist eine aufgestrickte Masche.
Eigentlich könnte man das bei jeder Querreihe machen, in die eingestochen werden kann. Jede Querreihe heißt: nicht nur in die großen Maschen, sondern auch in die kleinen knotenähnlichen, wenn man die Randmaschen des Lappens kraus rechts gestrickt hat (also in Hin- oder Rückreihen immer rechte Maschen). Würde man das tun, so hätte man eine Art Rüsche, denn in den meisten Maschenproben hat man x Maschen, aber x+a Reihen um dieselbe Strecke zu erreichen. Bei Strumpfgarn ist das meist 30M x 42R = 10x10cm.
Konkretes Beispiel: es sind, sagen wir, 26 Reihen Fersen"lappen" gestrickt, das sind 13 kraus rechts-Reihen an den Kanten. Das entspricht 6,2 cm Länge. Sticht man nun in jede Querreihe (rechte und linke Maschen der kraus rechts-Reihenenden) des Lappens und strickt insgesamt 26 Maschen auf, erreicht man eine Weite von 8,5 cm - 1/3 Maschen mehr als notwendig für eine Weite von 6,2cm, dafür braucht man nur 18 Maschen. Aus diesem Grund lasse ich jede 3. Querreihe einfach aus.
Man strickt soweit Maschen auf, bis die stillgelegten Nadeln erreicht sind, strickt diese Nadeln und strickt dann auf der rechten Seite des Lappens wieder neue Maschen auf, so wie am Anfang dieser Runde.
Jetzt kann man wieder in Runden stricken und damit einen Fuß formen.
Damit der Fuß nicht zu weit wird, sollte an den Seiten wieder ein paar Maschen abgenommen werden, denn mit den aufgestrickten Maschen hat man eine höheren Maschenzahl als am Bündchen. Das ist der Zwickel (heißt so). Ich baue den immer dort beidseitig ein, wo sich die aufgestrickten Maschen mit den stillgelegten Nadeln treffen. Man kann in jeder Runde beidseitig je eine Masche abnehmen oder auch in jeder zweiten Runde. Wenn man einen sehr hohen Spann hat, können auch noch mehr Runden dazwischen ohne Abnahmen gestrickt werden.
Beenden sollte man die beidseitigen Maschenabnahmen, also den Zwickel, wenn dieselbe Anzahl Maschen erreicht ist wie beim Bündchen. Und dann geht es geradeaus den Fuß entlang.
Ich werde noch mehr Bilder machen und ins Netz stellen, wenn ich beim nächsten Socken an der entsprechenden Stelle bin und einen Fotografen zur Hand habe. Versprochen.